Gebäude 1 des Xiong’an Green Building Exhibition Center ist durch eine markante, klar lesbare Struktur geprägt – eine architektonische Handschrift, die zugleich eine Herausforderung darstellt: Wie lässt sich die Reinheit des Bestands respektvoll bewahren und dennoch ein eigenständiger Innenraum von Charakter schaffen? Mitunter liegt die überzeugendste Antwort in einem bewusst gesetzten „Less is more“.
Aus dem konstruktiven Gerüst leiteten wir das Motiv des „Baums“ und die Idee der „Nachbarschaftsgene“ ab. Für viele steht das Leben unter dem Baum sinnbildlich für Kindheit: Orte der Geborgenheit, des Lachens, der kleinen Dramen – Erinnerungen, die selbst im Rhythmus der modernen Welt nicht verblassen.
Die Materialwahl betont Wärme und Authentizität: die haptische Rauheit von Diatomeenputz, geschichtete Terrazzo-Böden, unregelmäßig geformte Möbelstücke – allesamt Verweise auf die stille Schönheit der Natur.
Die Aufzugwand arbeitet mit drehbaren Gittern in unterschiedlichen Winkeln, die ein feines dreidimensionales Relief erzeugen. Dahinter reflektiert polierter Edelstahl das Umfeld, wodurch Leichtigkeit und Transparenz entstehen.
Der Ausstellungsraum wirkt hell und klar. Eine breite Holztreppe lädt zum Verweilen ein, wellenförmige Bodeneinlegearbeiten zitieren das Element Wasser. Baumartige Strukturen in Verbindung mit einer abgehängten Decke lassen Licht und Schatten durch den Raum wandern und schaffen vielschichtige Raumstimmungen.
Ein ziegelrotes, zickzackförmig modelliertes Wandrelief aus Diatomeenputz bildet den visuellen Anker des Entwurfs – kraftvoll, eigenständig und Ausdruck einer präzisen gestalterischen Haltung.
